MANUELLE LYMPHDRAINAGE

Die manuelle Lymphdrainage wird nicht nur als Therapie für Lymphödempatientinnen nach Brustkrebs sondern auch bei anderen Krankheitsbildern erfolgreich eingesetzt.

Die manuelle Lymphdrainage nimmt Einfluss auf das Lymphgefäßsystem. Dieses hat die Aufgabe, die im Gewebe verbleibende Flüssigkeit und Abfallstoffe "einzusammeln" (Lymphbildung) und zum Herzen zurückzuleiten. Durch Erkrankungen oder Verletzungen des Systems kommt es zum Rückstau der Flüssigkeit im Gewebe -Ödeme entstehen.

Durch die Lymphdrainage wird die Lymphbildung verbessert. Die Lymphe und Gewebsflüssigkeit wird passiv durch den Therapeuten Richtung Herz geschoben. Des Weiteren wird die Eigenbewegung des Systems gesteigert.

lymph_1Die Lymphdrainage trägt also einerseits passiv durch die Art der Durchführung zur Verringerung des Ödems bei. Andererseits wird die Aktivität des Systems angeregt und der Körper kann das Ödem selbst besser abbauen.

Die Lymphdrainage wird vom Arzt je nach Krankheitsbild als Therapiedauer von 30, 40 oder 60 Minuten verordnet.

Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Die KPE ist eine noch relativ junge Therapieform. Sie wurde ursprünglich als Therapie für Lymphödempatientinnen nach Brustkrebs entwickelt. Heute wird sie auch bei anderen Krankheitsbildern erfolgreich eingesetzt.

Die KPW besteht aus 2 Phasen:

  1. Entstauungsphase (wird meist stationär in Spezialkliniken durchgeführt)
  2. Erhaltung und Optimierung (ambulant in der Physiotherapiepraxis)

In beiden Phasen werden folgende Maßnahmen angewendet:

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie
  • Krankengymnastik (Entstauungsgymnastik)
  • Hautpflege

grundsätzlich gilt, dass in jeder Phase alle 4 Maßnahmen kombiniert werden müssen wenn man einen optimalen Therapieerfolg erreichen will.

Heute wird KPE als Therapie von der Schulmedizin bei folgenden Krankheitsbildern akzeptiert:

  • Lymphödem (angeboren oder erworben z.B, nach Brustkrebs)
  • Phlebo_Iymphostatisches Ödem (Chronisch venöse Insuffizienz - Venenschwäche)
  • Lipödem (Fettödem)
  • Ödem nach Operationen oder Traumen / Verletzungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates im Rahmen der rheumatischen Formenkreises
  • Sklerodermie
  • Morbus Sudeck
  • Zyklisch-idiopathisches Ödem

 

Die Kompressionstherapie

Die Kompression als weitere Therapiemaßnahme dient der Erhaltung des reduzierten Ödems. Durch die Druckerhöhung wird ein Rückfluss der Flüssigkeit verhindert und es kann weniger Wasser aus den Blutgefäßen austreten. Außerdem wird die Funktion der Muskel- und Gelenkpumpe verbessert und die Venen werden in ihrer Funktion unterstützt. Durch Einbringen von Schaumstoff in die Bandage wird zusätzlich das Bindegewebe gelockert.

Die Kompression wird entweder mittels Kompressionsbinden oder mittels individuell angepasster Kompressionsstrümpfe durchgeführt. Grundsätzlich sollte während der Entstauungsphase immer mit Binden gearbeitet werden. Die Kompressionsstrümpfe werden erst dann angepasst, wenn eine maximal mögliche Entstauung erreicht wurde. Sonst sind die Strümpfe oft zu weit und die Flüssigkeit kann wieder zurückfließen. Die Kompression wird in die Therapiezeit der Lymphdrainage mit eingerechnet.

 

Die Entstauungsgymnastik

Die Entstauungsgymnastik als aktiver Teil der KPE ist unbedingt notwendig um die Muskel- und Gelenkpumpe zu fördern und das Herz-Kreislaufsystem anzuregen und somit die passiven Maßnahmen zu unterstützen.

Sie sollte anfangs in Einzeltherapie (Krankengymnastik) oder in der Gruppe erlernt werden. Später soll der Patient die erlernten Übungen zuhause selbstständig durchführen - im idealsten Falle täglich.

Die Hautpflege

Die Hautpflege ist ebenfalls ein unabdingbarer Teil der KPE. Durch eine konsequent durchgeführte Hautpflege werden Verletzungen der Haut verhindert. Dadurch werden Entzündungen und vor allem die gefürchtete Wundrose verhindert, die zu einer immensen Verschlechterung des Krankheitsbildes führen können.

 

 

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